Die 8 berühmtesten Kriegerinnen der Geschichte
Wenn wir an Krieger denken, haben wir sofort das Bild eines Mannes in Rüstung vor Augen. Doch Geschichte wurde nicht ausschließlich von Männern geschrieben. Auch Frauen führten Armeen, stellten sich mächtigen Reichen entgegen, beherrschten Meere und wurden zu Legenden ihrer Zeit. Kriegerinnen sind kein modernes Phänomen aus Film und Fernsehen. Die keltische Königin Boudica stellte sich Rom entgegen, Jeanne d’Arc veränderte den Verlauf des Hundertjährigen Krieges, und archäologische Funde deuten darauf hin, dass auch Frauen in der Wikingerzeit bewaffnet in den Kampf zogen. Hier sind acht der berühmtesten Kriegerinnen der Geschichte.
Inhaltsverzeichnis
- Tomyris - die Königin, die Kyros den Großen besiegte
- Boudica - die keltische Königin, die Rom herausforderte
- Zenobia - die Herrscherin von Palmyra, die Rom von der Wüste aus bedrohte
- Die Wikinger-Kriegerin von Birka - der Fund, der die Geschichte veränderte
- Tomoe Gozen - eine Legende unter den japanischen Samurai
- Jeanne d’Arc - die Jungfrau, die den Verlauf des Hundertjährigen Krieges veränderte
- Grace O’Malley - die irische Piratenkönigin
- Anne Bonny und Mary Read - der Schrecken der Karibik
Tomyris - die Königin, die Kyros den Großen besiegte
Tomyris war die Königin der nomadischen Massageten und eine der wenigen Herrscherinnen der Antike, die dem mächtigen Perserkönig Kyros dem Großen die Stirn bieten konnten. Kyros, der Gründer des Perserreichs, fiel um 530 v. Chr. in einer Schlacht gegen ihr Volk in Zentralasien.
Nach dem Bericht des griechischen Historikers Herodot griff Kyros zunächst mit einer List an, besiegte einen Teil des Heeres der Massageten und nahm Tomyris’ Sohn gefangen. Dieser soll sich daraufhin das Leben genommen haben. Tomyris schwor Rache. In der entscheidenden Schlacht wurde das persische Heer vernichtet und Kyros getötet. Die Legende erzählt, dass Tomyris den Kopf ihres Feindes in einen mit Blut gefüllten Behälter tauchen ließ, um ihn symbolisch mit dem Blut zu „sättigen“, nach dem er angeblich so verlangt hatte. Ob sich diese Szene tatsächlich so abgespielt hat, lässt sich heute nicht mehr beweisen. Dennoch gilt Tomyris bis heute als Symbol einer Herrscherin, die sich von der größten Macht ihrer Zeit nicht einschüchtern ließ.
Boudica - die keltische Königin, die Rom herausforderte
Boudica war die Königin des keltischen Stammes der Icener und führte in den Jahren 60 bis 61 n. Chr. den größten Aufstand gegen die römische Herrschaft in Britannien an. Bis heute zählt sie zu den bekanntesten Kriegerinnen der Antike.
Nach dem Tod ihres Mannes Prasutagus übernahmen die Römer die Kontrolle über sein Gebiet. Boudica wurde misshandelt, und auch ihre Töchter sollen Opfer römischer Gewalt geworden sein. Dieses Ereignis wurde zum Auslöser für ihren Aufstand. Boudica vereinte mehrere keltische Stämme unter ihrer Führung. Ihr Heer zerstörte drei bedeutende römische Städte: Camulodunum (das heutige Colchester), Londinium (London) und Verulamium (St Albans). Zehntausende Menschen kamen dabei ums Leben. Schließlich besiegte der römische Feldherr Suetonius Paulinus ihr Heer in der Schlacht an der Watling Street. Laut dem römischen Historiker Tacitus entschied sich Boudica anschließend lieber für den Tod, als in Gefangenschaft zu geraten.
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Zenobia - die Herrscherin von Palmyra, die Rom von der Wüste aus bedrohte
Zenobia war im 3. Jahrhundert n. Chr. die Königin von Palmyra und machte aus einer Wüstenstadt im heutigen Syrien einen Staat, der selbst für Rom gefährlich wurde. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht beherrschte sie Ägypten und große Teile des Nahen Ostens.
Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie die Herrschaft zunächst als Regentin für ihren minderjährigen Sohn. Innerhalb weniger Jahre erweiterte sie ihr Reich erheblich. Zenobia war hochgebildet, sprach mehrere Sprachen, interessierte sich für Philosophie und umgab sich mit Philosophen. Gestoppt wurde Zenobia erst von Kaiser Aurelian, der Palmyra im Jahr 272 n. Chr. eroberte und sie nach Rom bringen ließ. Einige Quellen berichten, dass sie später ein standesgemäßes Leben in Italien führte - ein ungewöhnliches Schicksal für eine ehemalige Gegnerin Roms.
Die Wikinger-Kriegerin von Birka - der Fund, der die Geschichte veränderte
Das Grab der Wikinger-Kriegerin von Birka gilt vielen Forschenden als der stärkste archäologische Hinweis darauf, dass auch Frauen in den Kampf zogen. Ihr Grab mit der Bezeichnung Bj 581, entdeckt im schwedischen Birka, enthielt eine komplette Kriegerausrüstung - Schwert, Axt, Speer, Schilde, Pfeile und zwei Pferde.
Über ein Jahrhundert lang ging man davon aus, dass es sich um einen Mann handelte. 2017 zeigte aber eine DNA-Analyse, dass das Skelett einer Frau gehört. Im Grab lagen zudem Spielfiguren - ein Symbol für eine Anführerin, die strategisch denkt. Die in den Sagas beschriebenen Schildmaiden waren also vielleicht doch nicht nur eine literarische Vorstellung.
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Tomoe Gozen - eine Legende unter den japanischen Samurai
Tomoe Gozen war eine japanische Kriegerin vom Ende des 12. Jahrhunderts. Die Chronik Heike monogatari beschreibt sie als furchtlose Kriegerin, „die tausend Männer wert war“. Sie diente dem Feldherrn Minamoto no Yoshinaka während des Genpei-Krieges.
Sie gehörte zu den Onna-bugeisha - Frauen aus Samurai-Familien, die im Kampf ausgebildet wurden. Sie war eine hervorragende Reiterin und Bogenschützin und beherrschte den Kampf mit der Naginata, einer langen Stangenwaffe mit Klinge. Die Quellen beschreiben, wie sie in der Schlacht einen feindlichen Anführer enthauptete und der Niederlage entkam. Auch wenn sich Legende und Geschichte bei ihr vermischen, gilt Tomoe Gozen bis heute als die berühmteste kämpfende Samurai-Frau.
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Jeanne d’Arc - die Jungfrau, die den Verlauf des Hundertjährigen Krieges veränderte
Jeanne d’Arc (Johanna von Orléans) war ein französisches Mädchen, das mit siebzehn Jahren den französischen Thronfolger davon überzeugte, dass Gott sie führe, und mit neunzehn auf dem Scheiterhaufen starb. In der kurzen Zeit dazwischen wurde sie zu einer Schlüsselfigur des Hundertjährigen Krieges. Sie gilt als die berühmteste Kriegerin der Geschichte.
Sie behauptete, die Stimmen von Heiligen zu hören, die ihr befahlen, Frankreich zu befreien. 1429 führte sie ein Heer, um die englische Belagerung von Orléans zu durchbrechen - ein Wendepunkt des Krieges. Dank ihrer Siege wurde Karl VII. in Reims gekrönt. 1430 nahm man sie jedoch gefangen, verkaufte sie an die Engländer und verbrannte sie nach einem konstruierten Prozess am 30. Mai 1431 in Rouen. 1920 sprach die katholische Kirche sie heilig.
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Grace O’Malley- die irische Piratenkönigin
Grace O’Malley (irisch Gráinne Ní Mháille) war eine irische „Piratenkönigin“ aus dem 16. Jahrhundert, die eine Flotte befehligte und jahrzehntelang der englischen Herrschaft vor der Westküste Irlands trotzte.
Sie übernahm die Führung des Familienclans O’Malley, kassierte Durchfahrtszoll von Schiffen, die ihr Gebiet durchquerten, und nahm persönlich an Überfällen teil. Legendär ist ihr Treffen mit der englischen Königin Elisabeth I. im Jahr 1593 - zwei mächtige Frauen verhandelten auf Augenhöhe, angeblich auf Latein, der einzigen Sprache, die beide beherrschten.
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Anne Bonny und Mary Read - der Schrecken der Karibik
Anne Bonny und Mary Read waren zwei Piratinnen, die Anfang des 18. Jahrhunderts in der Mannschaft von Kapitän „Calico Jack“ Rackham die Karibik unsicher machten. Im Kampf trugen sie Männerkleidung, um sich freier bewegen zu können, und zeitgenössischen Berichten zufolge waren sie beim Entern eines Schiffes mutiger als die meisten Männer an Bord.
Als Piratenjäger 1720 ihr Schiff überfielen, erzählt man sich, hätten sich gerade die beiden Frauen am längsten gewehrt, während sich die betrunkene männliche Mannschaft unter Deck versteckte. Das Gericht verurteilte sie zum Tode, doch der Hinrichtung entgingen beide: Sie waren schwanger, und das schob die Strafe nach damaligem Recht auf.
Vergleich: acht Kriegerinnen auf einen Blick
Vergleich: acht Kriegerinnen auf einen Blick
Kriegerin | Epoche | Kultur / Region | Bekannt für |
Tomyris | ~530 v. Chr. | Massageten (Zentralasien) | Sieg über Kyros den Großen (nach Herodot) |
Boudica | 60–61 n. Chr. | Kelten (Britannien) | Aufstand gegen Rom, brannte drei Städte nieder |
Zenobia | 3. Jahrhundert | Palmyra (Syrien) | Baute ein Reich auf, das Rom bedrohte |
Kriegerin von Birka | 10. Jahrhundert | Wikinger (Schweden) | Grabkammer Bj 581, DNA-Analyse: weiblich |
Tomoe Gozen | 12. Jahrhundert | Japan | Onna-bugeisha, Genpei-Krieg |
Jeanne d’Arc | 1412–1431 | Frankreich | Wende im Hundertjährigen Krieg, Heilige |
Grace O’Malley | ~1530–1603 | Irland | Die Piratenkönigin, Widerstand gegen England |
Bonny und Read | frühes 18. Jh. | Karibik | Gefürchtetste Piratinnen ihrer Zeit |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer war die berühmteste Kriegerin der Geschichte?
Am bekanntesten ist zweifellos Jeanne d’Arc. Als sie 17 war, führte sie französische Truppen, durchbrach die englische Belagerung von Orléans und veränderte den Verlauf des Hundertjährigen Krieges. Nach ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen im Jahr 1431 sprach die Kirche sie heilig und heute gilt sie als Nationalheldin Frankreichs.
Gab es wirklich Wikinger-Kriegerinnen?
Sehr wahrscheinlich. Lange hielt man das nur für ein Motiv aus den Sagas, doch 2017 ergab eine DNA-Analyse, dass das Skelett im Kriegergrab von Birka (Bj 581) einer Frau gehört. Sie wurde mit Schwert, Axt, Speer und Pferden bestattet - also mit der kompletten Ausrüstung eines Anführers.
Was ist eine Onna-bugeisha?
Onna-bugeisha waren Frauen aus japanischen Samurai-Familien, die im Kampf ausgebildet wurden. Am häufigsten kämpften sie mit der Naginata - einer langen Stangenwaffe mit Klinge, deren Reichweite die körperliche Überlegenheit des Gegners ausglich. Die berühmteste von ihnen ist Tomoe Gozen.
War Boudica eine reale Person?
Ja, Boudica war eine reale keltische Königin des Stammes der Icener. Ihren Aufstand gegen Rom in den Jahren 60–61 n. Chr. beschreiben die römischen Historiker Tacitus und Cassius Dio. Heute ist sie eine britische Nationalheldin, und ihre Statue steht an der Westminster Bridge in London.
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Kommentare (1)
Zeitgenossin von JeanDArc war Jean de Clisson welche die Franzosen Tür See jagte , Saryyia al Hurra die sich mit Barbarossa und den Babaresken Verband, die Löwin von Flandern , die gefürchteten weiblichen afrikanischen Kriegerinnen und Sklavenjägerinnen der Agoji