Hellebarden

Hellebarden Die Hellebarde ist eine Stangenwaffe schweizerischer Herkunft. Ihre Klinge hat die Form einer Axt, die mit einer langen Spitze beendet ist. An der Klinge befindet sich auch ein Eisenhaken. Die Bezeichnung verrät, dass sie aus zwei germanischen Wörtern besteht: Halm (= Stange) und Barte (= Beil).

Die Konstruktion und die Funktion der Hellebarde

Zur Hellebarde gehört ein Stiel, der oft aus Ahornholz hergestellt wurde. Er war kantig und mit Leder umgewickelt, damit die Waffe in der Hand nicht rutschte. Der Stiel war bis zu 480 ‒ 540 Zentimeter lang. Am Stiel war die Klinge angebracht. Beides wurde oft durch den Beschlag verbunden. Die Klinge bestand eigentlich aus zwei Teilen: aus dem Haken und aus der breiten Klinge mit einer Spitze.

Die Waffe war sehr lang. Deshalb benutzte sie nur die Infanterie. Der Reiter mit einer so langen Waffe konnte sich nicht gut bewegen.

Die Hellebarde konnte man im Kampf zu verschiedenen Zwecken verwenden. Es war möglich, den Hacken auch in den Plattenpanzer zu schlagen und so den Reiter vom Pferd runterzuziehen. Mit der Spitze konnte der Kämpfer in die ungedeckten Körperteile des Feindes stechen. Es war sogar möglich, mit der Waffe die Platten- oder Kettenrüstung durchzuschlagen. Dank dem Beil konnte man den Kopf seines Feindes aufschlagen, oder sogar abhauen. Der Schlag mit der Hellebarde war wirklich furchtbar, weil die Länge den eigenen Einschlag sehr verstärkte.

Geschichte der Hellebarde

Die Hellebarden wurden schon im alten China benutzt, wo sie den kriegerischen Zwecken dienten. In Europa erschienen sie im 13. Jahrhundert auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Sie entstanden aus der Lanze, die mit einem Werkzeug verbunden wurde, das einer Sichel ähnlich war. Diese Waffe wurde als Haumesser bezeichnet. Die Popularität der Hellebarde erreichte ihren Höhepunkt um das Jahr 1470. Sie wurde häufig durch die schweizerische Infanterie verwendet, aber auch die Hussiten fanden an Hellebarden Gefallen. Im 16. Jahrhundert gehörten die Hellebarden zur Ausrüstung der Stadtwachen. Sie wurden doch in dieser Zeit schon durch die Schusswaffen ersetzt. Die Hellebarden waren sehr schön dekoriert, aber eigneten sich nicht mehr zum Kampf. Sie sollten nur die repräsentative Erscheinung der Stadtwachen unterstreichen.

Heute trägt die Hellebarden als Zeremonie-Waffe die Schweizergarde im Vatikan.

Die Bedeutung der Hellebarde für die Schweiz

Seit dem Ende des 13. Jahrhunderts hatten die Habsburger große Probleme mit der Revolte im Südwesten ihres Gebietes. Im Jahr 1291 schlossen drei Kantone ‒ Uri, Schwyz und Unterwalden ‒ einen Ewigen Bund und entschieden sich, gegen die habsburgische Vorherrschaft zu kämpfen. Im Jahr 1315 überfielen die Schweizer das Kloster in Einsiedeln. Der Herzog Leopold I. von Österreich wollte deshalb die ungehorsamen Gebirgsbewohner bezwingen. Im Herbst 1315 wurde die Schlacht am Morgarten stattgefunden.

Schlacht am Morgarten

Österreichische Ritter mit der besten Rüstung blieben am schmalen Pfad stecken. Einfache Bauer warfen von oben riesige Steine. Die Österreicher konnten nicht zurück fahren, weil hinter ihnen ihre eigene Kavallerie war. Der Kampf mit dem Schwert oder mit der Lanze war unmöglich. Mit den Hellebarden warfen die Meuterer die Ritter von Pferden. Dann enthaupten sie ihre Feinde mit diesen Waffen. So wurde die vollkommene Armee dank der Hellebarde besiegt.

Die Schweizer gingen der Unabhängigkeit entgegen und siegten mit ihren Hellebarden in jeder Schlacht. Im 14. Jahrhundert traten dem Bund andere Städte (Luzern, Zürich, Bern) und ländliche Orte (Zug, Glarus) bei. Es entstand allmählich eine gut ausgebildete Infanterie, in der arme Dörfler und auch die Bürger kämpften. Leopold III. von Österreich versammelte im Juli 1386 ritterliche Heere, um mit den Rebellen abzurechnen. In der Schlacht bei Sempach brachen die Schweizer die feindliche Verteidigung durch  und attackierten sie mit den Hellebarden. Der österreichische Herzog kam ums Leben. Sein Bruder Albrecht III. wollte ihn zwei Jahre später in der Schlacht bei Näfels rächen, aber feierte keinen Erfolg. Die Habsburger verloren in den Kantonen ihren Einfluss und unterschrieben im Jahr 1389 einen Waffenstillstand.

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