Ritter im Mittelalter

Ritter im Mittelalter Die Gesellschaftliche Stellung der mittelalterlichen Menschen wurde durch die Geburt und durch den Beruf geprägt. Freie Menschen erfreuten sich der besten Lebensbedingungen. Unfreie Menschen mussten im Gegenteil die Befehle von ihrem Herrn (einem Adeligen) dulden. Die Gesellschaft im Mittelalter bestand aus drei Schichten: der betenden (Oratores), arbeitenden (Laboratores) und der kämpfenden (Bellatores). Die Kämpfenden ‒ die Ritter ‒stellten eine Gruppe mit ihrer eigenartigen Kultur und Mission dar.

Die Geschichte der Ritter

Als Ritter wurden ursprünglich berittene Krieger bezeichnet. Sie stammten aus Frankreich. Jeder Ritter brauchte ein Pferd, eine Lanze, einen Schutzschild und natürlich eine Rüstung. Der Ritter diente seinem Herrn, dessen Rechte er durchsetzen sollte. Er half ihm auch, seine Macht zu verbreiten. Die Ritter waren reiche Feudalherren, weil die Rüstung und die Ausbildung viel Geld kosteten. Die Karolinger empfingen in ihre Dienste aber auch arme Männer und belohnten sie für ihre kriegerische Tätigkeit. Seit dem 11. Jahrhundert kamen die Ritter aus den Ministerialen: es ging um unfreie Menschen, die dank ihrer Dienste (die Verwaltung, der Handel, die Tätigkeit der berittenen Krieger) ein privilegiertes Statut genossen.

Ungefähr seit dem 12. Jahrhundert wurde die Bezeichnung Ritter als der Adelstitel benutzt. Die Nachkommen der Ritter wurden zur Ritterschaft als zu ihrem einzigen Beruf erzogen. Sie dienten zuerst ihrem Herrn als Pagen und Knappen und lernten, mit Waffen umzugehen. Der gute Ritter war durch folgende Eigenschaften gekennzeichnet: die Tapferkeit, Treue, Freigiebigkeit, Höflichkeit und den unerschütterlichen Glauben an Gott.

Der Edelknabe, der sich im Kampf bewährte und sich durch angeführte Eigenschaften auszeichnete, wurde zum Ritter geschlagen. Die Zeremonie des Ritterschlages verlief gewöhnlich nach dem Ende einer Schlacht und oft in der Kirche. Ein Ritter und später sogar der Herrscher übergab dem zukünftigen Ritter einen Schwertgurt und tippte seine Schulter mit der Klinge des Schwertes an.  

Die Ritter in fürstlichen Diensten verschwanden allmählich im Kleinadel. Ritterliche Heere wurden auch mehrmals im Kampf gegen Infanteristen und Bogenschützen geschlagen (zum Beispiel bei Crécy), was die Ansprüche der Ritter auf eine privilegierte Stellung erschütterte.

Die Beziehung der Kirche zur Ritterschaft

Kirchliche Würdenträger lehnten den Kampf und die Ritterschaft streng ab, weil die Feudalherren oft gegen sie kämpften. Der Kampf widersprach zusätzlich der christlichen Ethik. Die Kirche musste doch gegen die Muslime und Ketzer kämpfen. Deshalb änderte sie ihre Meinung: der Kampf für das Christentum war durchweg richtig. Junge Ritter wurden als christliche Ritter erzogen, die wegen des Kampfes gegen die Ketzer auf den weltlichen Ruhm verzichteten. Die Ritter nahmen an Kreuzzügen Teil, die der Papst erklärte: zum Beispiel gegen die Katharer in Frankreich und vor allem gegen die Muslime im Heiligen Land. Während der Kreuzzüge wurden auch die ersten Ritterorden gegründet. Zu den bekanntesten gehören der Deutsche Templerorden, Johanniterorden (nach 1530 Malteserorden) und die Templer.

Die Turniere 

Die Ritterturniere entstanden ‒ ähnlich als die Ritterkultur ‒ in Frankreich, wovon sie nach West- und Mitteleuropa durchdrangen. Das erste Turnier auf dem deutschen Gebiet sollte sich im Jahr 1127 bei Würzburg abspielen. Es handelte sich um einen Kampf von zwei Rittern (beziehungsweise von zwei Gruppen) auf dem Turnierplatz, den ein reicher Adeliger organisierte. Sein Verlauf entsprach einer Schlacht. Die Ritter hielten Turniere für ein militärisches Training, eine Kriegsvorbereitung und auch für eine Weise der Bereicherung. Sie konnten dort ihre militärischen Fähigkeiten und Tugenden beweisen. Der Ritter wollte seinen Gegner gefangen nehmen, sich dessen Rüstung und Pferdes bemächtigen und das Lösegeld fordern. Am Anfang fanden die Ritterturniere auf einem entfernten Ort statt. Später wurden sie in die Nähe der Burgen und der Städte verschoben. Dort hatten die Ritter ein reiches Publikum. Die Turniere begleiteten zusätzlich die Gaukler und Sänger. Zum Beispiel Walther von der Vogelweide lernte die dichterische Kunst während der Turniere auf dem Hof der Babenberger. Es wurde vorab gemeldet, wo und wann ein Turnier verläuft.

Die Kirche verdammte die Turniere, weil sie ihrer Meinung nach die Gewalt verherrlichten. Das Konzil in Clermont im Jahr 1130 gelang zur Ansicht, dass kein Ritter, der während eines Turniers stirbt, als Christ begraben wird.

Die höfische Literatur

Der Ritter war eine Zentrale Figur in der höfischen Literatur. Einer großen Beliebtheit erfreuten sich die Artusromane. Am Beispiel des legendären Königs Artus und seiner Ritter werden die Tugenden und Pflichten der Ritter geschildert. Der bekannteste Verfasser dieser Romane war Chrétien de Troyes aus Frankreich, dessen Werke die deutschen Autoren weiter entwickelten. Hartmann von Aue  umarbeitete seine Romane Erec und Iwein.  Wolfram von Eschenbach vollendete und entfaltete seinen Roman Parzival, der ein Meisterwerk der deutschen mittelalterlichen Literatur darstellt.

Man darf nicht einmal Heldenlieder vergessen. Sie besingen tapfere Taten der Ritter, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Das bekannteste ist vielleicht Rolandslied über den Neffen Karls des Großen und seinen Kampf gegen die Sarazenen.

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