Wie du das richtige japanische Trainingsschwert auswählst [Praktische Tipps]

Wie du das richtige japanische Trainingsschwert auswählst [Praktische Tipps]

Bokken, Shinken, Iaitō – japanische Trainingsschwerter gibt es in vielen Varianten, und jede davon hat ihren eigenen Zweck. Welche die richtige für dich ist, hängt vor allem von deinem Trainingsstil und deinem aktuellen Erfahrungslevel ab. Ein falsches Schwert ist nicht nur unbequem – es kann auch richtig gefährlich werden. In diesem Guide erfährst du, welche Arten japanischer Trainingsschwerter es gibt, worin sie sich unterscheiden und wie du das passende Modell für dein Training auswählst.

Wofür sind japanische Trainingsschwerter gedacht?

Trainingsschwerter sind ideal für Einsteiger. Sie ermöglichen das Üben sauberer Techniken , ohne unnötiges Verletzungsrisiko.

Geschärfte, traditionelle Schwerter gehören in die Hände erfahrener Schwertkämpfer. Trainingsschwerter hingegen bieten Anfängern einen sicheren und gut zugänglichen Einstieg in die Grundlagen.

Worin unterscheiden sich Trainingsschwerter – und spielt das eine Rolle?

Das Angebot an japanischen Trainingsschwertern ist heute erstaunlich vielfältig. Von Holzschwertern über Bambusvarianten bis hin zu Stahlrepliken, die echte Katanas originalgetreu nachahmen.

Jede Schwertart hat ihren festen Platz in Kampfkünsten wie Kendō, Kenjutsu, Iaidō oder Aikidō.

Welche japanischen Trainingsschwerter gibt es also – und welches eignet sich für dein (erstes) Training?

1. Holzschwerter – Bokken

Bokken sind klassische japanische Trainingsschwerter aus Holz und perfekt geeignet, um die Grundlagen von Aikidō, Kenjutsu und Iaidō zu erlernen.

Ein klassisches Bokken ist ideal für Anfänger, die sich erst an Länge, Gewicht und Balance eines Schwertes gewöhnen müssen. Viele Bokken sind auch mit optionaler Saya (Scheide) erhältlich – besonders praktisch, wenn du Ziehtechniken trainieren möchtest.

Es gibt verschiedene  Bokken-Arten und jede davon ist für einen bestimmten Zweck gedacht:

Suburitō – für Kraftaufbau

Ein schwereres, kräftigeres Holzschwert, das speziell für Suburi-Übungen verwendet wird, um Kraft, Ausdauer zu stärken und Stabilität zu verbessern.

Daishō-Set – das traditionelle Zweischwert-Set

Dieses Trainingsset besteht aus zwei Holzschwertern: einem langen Katana-ähnlichen Schwert (Daitō) und einem kürzeren Wakizashi (Shōtō).

So kannst du zwischen verschiedenen japanischen Schwerttypen wechseln, ganz wie bei der traditionellen Samurai-Ausrüstung.

Bokken Shōtō

Dieses kurze Holzschwert ist für Techniken auf kurze Distanz gedacht. Es wird häufig im Kenjutsu verwendet und oft mit längeren Trainingsschwertern kombiniert.

Tanren-Bokken – für körperliches Training

Ein besonders schweres Holzschwert, häufig im Aikidō und Kenjutsu im Einsatz. Es stärkt die Körpermitte sowie Arme, Handgelenke und Griffkraft.

Ideal für Fortgeschrittene, die die Grundlagen beherrschen und gezielt an ihrer körperlichen Stärke arbeiten möchten.

Koryū-Bokken – traditionelle Formen historischer Schulen

Historische Schulen ( Koryū) nutzten Bokken in unterschiedlichen Formen – breiter, gerader oder stärker gekrümmt.

Diese Schwerter dienen vor allem dem Training schulspezifischer, traditioneller Techniken.

So wählst du das richtige Bokken:

Welches Bokken der richtige ist, hängt von deiner Erfahrung und deinen Trainingszielen ab:

  • Grundlagentraining: klassisches Bokken
  • Kraft & Ausdauer: Suburitō oder Tanren-Bokken
  • Nahkampf: Bokken Shōtō
  • Traditionelle Kata: Koryū-Bokken

WUSSTEST DU, DASS... es auch Holz-Trainingsschwerter speziell für Kinder gibt? Wer schon früh japanische Kultur und traditionelle Kampfkünste kennenlernt, entwickelt vielleicht eine lebenslange Leidenschaft für den Schwertkampf.

2. Bambusschwerter – Shinai

Shinai besteht aus vier einzelnen Bambusstreben, die mit Lederkappen verbunden sind.

Durch seine flexible Konstruktion dämpft es Schläge sehr gut und eignet sich perfekt für sicheres Kontakttraining und Kendō-Sparring.

Gängige Shinai-Typen:

  • Daitō – lange Version (für die meisten Erwachsenen)
  • Chūtō – mittlere Länge
  • Shōtō – kürzeres Schwert, vergleichbar mit einem Wakizashi

Fukurō-Shinai – Für besonders sicheres Training

Ein Fukurō-Shinai ist zum Teil mit Leder umwickelt, was den Aufprall sanfter macht. Ideal für Training ohne Schutzrüstung oder für alle, die weniger intensiven Kontakt bevorzugen

Shinai in der Praxis

Das Shinai ist die wichtigste Trainingswaffe im Kendō. Es ermöglicht schnelle Bewegungen, Vollkontakttraining und eine bessere Kontrolle über die Schlagkraft.

Welche Shinai-Größe passt zu deiner Körpergröße?

Die üblichen Shinai-Größen nach Körpergröße siehst du in der Tabelle unten:

KörpergrößeShinai-Größe
bis 160 cm 36 oder 37
160–175 cm 38
ab 175 cm 39

Wichtige Information:

  • Shinai-Größen (37, 38, 39 usw.) sind keine standardisierten Maßeinheiten. Es handelt sich um übliche Kendo-Shinai-Kategorien für Erwachsene, die den offiziell definierten Vorgaben für Länge und Gewicht entsprechen.
  • Die passende Shinai-Größe wird nach offiziellen Regeln bestimmt, wobei auch Alter und Geschlecht berücksichtigt werden. Die Körpergröße kann zusätzlich helfen, sich zwischen zwei ähnlichen Größen zu entscheiden.

3. Metallrepliken – Iaitō, Mogitō & Habiki

Iaitō – Ungeschärftes Trainingskatana

Das Iaitō ist eine eine Nachbildung eines Katana mit stumpfer Klinge. Es eignet sich hervorragend für Zieh- und Schnitttechniken, die mit Holzschwertern nicht realistisch trainiert werden können.

Mogitō – Imitationsschwert

Das Mogitō ist das Standardmodell für Lehrzwecke und Präsentationen. Es bietet die typische Katana-Ästhetik, nur ohne das Verletzungsrisiko einer scharfen Klinge.

Habiki – Stumpfes Trainingsschwert

Das Habiki fühlt sich vom Gewicht und der Balance fast wie ein echtes japanisches Schwert an – nur die Klinge ist stumpf. Perfekt, um Kata-Techniken mit einem Partner (ohne Vollkontakt) oder allein zu üben.

4. Weiche Trainingsschwerter – Gomu-tō / Soft-Bokken

Trainingsschwerter aus Kunststoff  mit weicher Schaum- oder Gummibeschichtung sind perfekt für Einsteiger oder Kinder, die sich noch nicht allzu viele Gedanken um die Sicherheit machen. Sie sind perfekt für Kontaktübungen, Sparring oder um jungen Schwertkämpfern die Basics beizubringen.

5. Scharfe Schwerter – Shinken

Shinken ist ein echtes, scharfes japanisches Schwert und gehört nicht ins alltägliche Training. Es wird hauptsächlich für Tameshigiri (Schnitttests) genutzt.

Das Training mit einem Shinken erfordert stets die Aufsicht eines qualifizierten Lehrers. Diese Schwerter sind ausschließlich für erfahrene und autorisierte Anwender bestimmt.

Wie man das passende Trainingsschwert auswählt – kurz & praktisch

Bei der Wahl eines japanischen Trainingsschwertes sind drei wesentliche Kriterien zu berücksichtigen:

1. Disziplin

  • Kendō: Shinai
  • Aikidō: Bokken
  • Kenjutsu: Bokken, Koryū Bokken, Habiki, Fukurō-shinai
  • Iaido: Iaitō, Bokken mit Scheide

2. Erfahrungslevel

  • Anfänger: Bokken oder Soft-Bokken
  • Fortgeschrittene: hochwertiges Bokken, Shinai, Iaitō
  • Meister: Habiki oder Shinken

3. Trainingsziel

  • Sparring: Shinai, Fukurō-shinai
  • Kata: Iaitō, Bokken
  • Krafttraining: Suburitō, Tanren-bokken
  • Vorführung von Techniken: Mogitō oder andere Metallrepliken

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