Laternenschild, Museum Replik

Der Laternenschild besteht aus eine Schild, einem Panzerhandschuh und einigen Waffen. Der Panzerhandschuh ist mit zwei Klingenfängern ausgestattet. In der Schildmitte befindet sich eine abschraubbare  Spitze. Eine einschiebbare Schwertklinge ist an der Rückseite des Schildes angebracht. Unserer Replik beinhaltet auch die kleine Öllampe auf der Rückseite des Schildes, die durch die Öffnung  auf der Vorderseite leuchten kann.

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  • Artikelnummer: 9732

Laternenschild mit Panzerhandschuh und einschiebbarer Stoßklinge, Anfang 17. Jahrhundert, Museum Replik

Gefertigt nach dem Original, das im Kunsthistorischen Museum in Wien ausgestellt ist.

  • Verziert mit geätzten Mustern
  • Handgehämmert aus 1,5mm starkem Kohlenstoffstahlblech
  • Höhe ca. 380 mm
  • Tiefe ca. 450 mm
  • Breite ca. 920/730 mm
  • Gewicht ca. 5630 g

Der Manierismus hatte eine besondere Vorliebe für technische Inventionen möglichst ausgefallener Art. Ein gutes Beispiel für diese Liebe zur technischen Spielerei ist der Laternenschild. Bei ihm handelt es sich um eine besonders reichhaltige und besonders unsinnige Invention für nächtliche Kämpfe. Auch zeigt sich an ihm die Freude des Manierismus am Enzyklopädischen, da möglichst viele einschlägige Funktionen in einem einzigen Objekt versammelt werden sollten.

Den Hintergrund für die Entwicklung des Laternenschildes bildet eine Änderung in den Fechtgewohnheiten des 16. Jahrhunderts. An die Stelle des primitiven Hiebfechtens mit dem Schwert trat das komplizierte Stichfechten mit dem Degen, bei dem alle Paraden in der ersten Jahrhunderthälfte noch mit dem kleinen Rundschild des Infanteristen, in der zweiten Jahrhunderthälfte mit dem Linkshanddolch durchgeführt wurden. Die Linkshanddolche (auch genant Parierdolche) waren oft mit Vorrichtungen zum Klingenbrechen ausgestattet. Bei der Konstruktion des Laternenschildes handelt es sich um den Versuch, alle diese Fechtwaffen zu vereinigen. Er kombiniert den Rundschild und den langen Handschuh mit dem Dolch. Die ausgefahrene lange Klinge sollte als Offensivwaffe dienen, ebenso die abschraubbaren Spitzen in der Schildmitte und am Knöchel, die außerdem als Klingenfänger dienten und daher gezackt waren. Einen weiteren Klingenfänger zum Entwaffnen des Gegners stellen noch die freistehend angenieteten, konzentrischen Streifen am Schild dar.

Besonders phantastisch und wirklichkeitsfremd war die Entwicklung der durch einen Springdeckel mit Zugsperre abgedeckten Laterne. Dahinter stand die Idee, den Gegner in der Nacht mit Hilfe dieser Laterne zu blenden und den so wehrlos gemachten Feind leichter bekämpfen zu können. In der Praxis wäre die kleine Öllampe wahrscheinlich schon beim dritten Fechttempo ausgegangen, oder der Fechtende hätte das brennende Öl über sich selbst ergossen und sich so selbst angezündet, wie wohl der ganze Schild für den Träger gefährlicher war als für dessen potentiellen Gegner.

Obwohl sich der Laternenschild als unbrauchbar für den Praktischen Einsatz zeigte, ist er immerhin ein außergewöhnliches Thema für interessante Diskussionen, finden Sie nicht?

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