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Die Geschichte der Kreuzzüge, Teil 1: Die Eroberung Jerusalems und die Gründung der Ritterorden

Křižáci

Die Kreuzzüge waren eines der wichtigsten Ereignisse des Mittelalters. Kreuzzüge waren von der Kirche geforderte Kriege gegen Muslime, Heiden und Ketzer. Die Kreuzzugsbewegung bereitete den Boden für die Gründung verschiedener Ritterorden und machte diese Zeit zu einem der wichtigsten Kapitel der Militärgeschichte.

Gott will es!

Die Kreuzzüge waren ursprünglich „gerechte Kriege“ – denn die Kreuzritter glaubten, dass „Gott es will“, Jerusalem (und „das Heilige Land“) aus der Hand der Muslime, oder auch Sarazenen, zu befreien, und durch Kreuzzüge täten die Soldaten Gottes Werk und Gott werde sie dabei anführen. Der Ursprung der Kreuzzüge liegt also im „Heiligen Krieg“ gegen Islam. Der Papst rief die Christen in Europa zum Krieg gegen die Muslime auf, und viele europäische Herrscher schlossen sich dieser Mission an und starteten ihre eigenen Expeditionen und Militäroperationen ins Heilige Land. 

Die Kreuzfahrer versammelten sich in den großen Städten und Häfen und brachten zum ersten Mal in der Geschichte Krieger aus verschiedenen Teilen Europas zusammen: Krieger mit unterschiedlichen Kulturen, Sitten, Waffen und Rüstungen, aber alle mit einem einzigen Ziel. Viele von ihnen verließen zum ersten Mal ihre Burgen und ihre Umgebung und begaben sich auf eine ungewisse Reise durch unbekannte Länder, und segelten über die Meere, die zuvor nur den Kaufleuten bekannt waren. Am Ende ihrer Reise erreichten sie den Nahen Osten, den sie bisher nur von Gerüchten und vom Hörensagen kannten. 

Der Erste Kreuzzug, der von Papst Urban II. ausgerufen wurde (1095), endete 1099 siegreich. Die christlichen Heere wurden von den Franzosen angeführt, die sich mit dem Heer des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos verbündeten. Es gelang ihnen, Jerusalem zu erobern, und Alexios gliederte das eroberte Gebiet in sein Reich ein, überließ aber die Verwaltung den Franzosen. Dies verärgerte den Papst, der die eroberten Gebiete als Eigentum der Kirche betrachtete. 

Zwischen 1096 und 1271 gab es insgesamt neun große Kreuzzüge ins Heilige Land.

Ein Schiff auf einer mittelalterlichen englischen Illumination. Quelle: E. Pachta

Aus Böhmen ins Heilige Land

Als 1147 ein weiterer Kreuzzug angekündigt wurde, zogen die Tschechen unter der Führung von Fürst Vladislav II. in großer Zahl in das Heilige Land. Der Zweite Kreuzzug wurde vom deutschen Kaiser Konrad II. organisiert, und Vladislav nahm als sein Lehnsmann daran teil (eine freie Person, die dich einem Lehnsherrn verpflichtete und dafür ein Besitz, z.B. Land, erhielt). Das tschechische Truppenkontingent wurde von Fürstmarschall Jiřík und Kanzler Bartholomäus befehligt. Leider war das Schicksal der Expedition nicht besonders glücklich.

Die Strapazen der Reise, die Niederlagen und die Krankheiten hat fast kein Expeditionsmitglied überlebt. Jiřík starb, und Bartholomäus und viele andere wurden gefangen, und sind spurlos verschwanden. Vladislav selbst hat überlebt – er verließ noch vor dem Kampf seine Armee und reiste nach Konstantinopel, wo er sich mit Konrads Feind, Kaiser Manuel I. Komnenos, anfreundete. Von dort aus eilte er, beladen mit Geschenken, zurück nach Prag.

Kaiser Friedrich Barbarossa am dritten Kreuzzug. Quelle: Wikipedia

Unter der Führung von Rotbart und Löwenherz

Nach der katastrophalen Niederlage bei Hattin (4. Juli 1187) und dem Verlust Jerusalems an den Sultan Saladin kündigte der Papst einen neuen Kreuzzug an – der Dritte Kreuzzug. Es begann 1190 unter der Führung von Friedrich Barbarossa (Rotbart), und ihm schlossen sich auch andere Könige an, wie z. B. Richard Löwenherz. Die Kreuzfahrer wurden auch diesmal vom Pech verfolgt: Kaiser Friedrich starb auf dem Weg. Der englische König Richard I, auch Löwenherz genannt, machte sich einen Namen durch die Eroberung Zyperns und der syrischen Festung d’Acre, aber bei seiner Rückkehr wurde er gefangen genommen, und kehrte erst 1194 nach England zurück. In England stabilisierte er seine Herrschaft und organisierte einen Heerzug gegen den französischen König Phillipp II. Er starb in Frankreich bei der Belagerung einer Burg.

Sarazenischer Händler (Gemälde von Jean Léon Gérôme, 1869). Quelle: E. Pachta

Kreuzritter Schwert

Ein Schwerttyp mit breiter Klinge, kurzer, gerader Parierstange und einem pilzförmigen Knauf, war während der frühen Kreuzzüge in ganz Mittel- und Westeuropa verbreitet.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich jedoch das europäische Rittertum und damit auch die ritterliche Rüstung und Waffen. Das Schwert der Ritter hat sich grundlegend verändert.

Normannischer Einhänder aus dem 11. Jahrhundert.

Ein neuer, gesamteuropäischer Schwerttyp wurde entwickelt, der das Rittertum bis zu seinem Ende begleiten sollte. Die Klinge des Schwertes wurde länger, die gerade und schlanke Parierstange bildete eine Kreuzform, mit der die Kreuzfahrer alle Teile ihrer Rüstung und Ausrüstung kennzeichneten. 

Wie es ein Kreuzritter ausgedrückt hat:

Das Kreuz unseres Erlösers, das mich als Pilger kennzeichnete, möchte ich auf meinem Schild, auf meinem Helm und auf allen meinen Waffen, Sattel und Zaumzeug tragen, damit jeder, der mir begegnet, weiß, dass er sein Schwert gegen einen Soldaten Christi erhebt. 

Das Kreuz-Symbol der „Soldaten Christi“ blieb auf dem Grundtyp des Ritterschwerts bis ins 16. Jahrhundert.

Das spätere Kreuzritter Schwert aus dem 12. und 13. Jahrhundert.

Das Rückgrat der Kreuzfahrerheere

Schwere Kavallerie hat sich schon in früheren Zeiten als stark und nützlich erwiesen. Im 11. Jahrhundert wurde sie zum unbesiegbaren Herrscher über die Schlachtfelder. Das wussten allerdings auch die Armeen der muslimischen Staaten, die eine Reihe von Niederlagen gegen viel kleinere Rittertruppen erlitten haben.

Replik des Lamellenpanzers. Quelle: Archiv des Autors

Der stämmige Reiter war ein absoluter Profi, der von klein auf in Reitkunst und Waffenhandhabung ausgebildet worden war. Auf eigene Kosten musste er nicht nur Pferde und Waffen, sondern auch sehr teure Rüstung anschaffen. Während der frühen Kreuzzüge trugen Ritter eine knielange Rüstung in Form eines Hemdes. Sie war entweder schuppenförmig, mit Lamellen versehen oder bestand aus einem eisernen Ringgeflecht (Kettenrüstung). Im Vergleich zu den Lamellenpanzern war die Kettenrüstung leichter und flexibler, was sich unter den heißen klimatischen Bedingungen des Heiligen Landes als nützlich erwies. Ein schönes Beispiel für eine Kettenrüstung ist die tschechische St.-Wenzel-Rüstung.

Eine Nachstellung eines dänischen Kreuzfahrers aus dem 12. Jahrhundert. Quelle: E. Pachta 

Der Kopf des Ritters wurde durch einen Eisenhelm geschützt, meist vom sogenannten normannischen Typ, auch manchmal als St.-Wenzel-Helm bezeichnet. Als Waffe benutzten die Ritter eine Lanze. Zu der Verteidigung hatten die Ritter einen mandelförmiger Normannenschild.

Normannenhelm mit Nasenschutz 

Schon bald begann sich die Uneinigkeit zwischen den Teilnehmern der Kreuzzüge aus verschiedenen Ländern zu vertiefen. Dies zeigte sich zum Beispiel im Jahr 1189, als die Franzosen - vor allem auf ihren Schilden - ausschließlich das rote Kreuz zu tragen begannen; die Engländer wählten das weiße, die Deutschen das schwarze, die Italiener das gelbe und die Flamen das grüne.

Ritterorden

Ab dem 12. Jahrhundert entstanden neue Ritterorden – Ritterorden vom Heiligen Grab, Orden vom Hospital des Heiligen Johannes zu Jerusalem (Johanniterorden), Lazarus-Orden und der Templerorden. Die Tempelritter waren später zu einem der wichtigsten Orden der Zeit. Weitere Orden entstanden in Europa gegen die Ketzer.

Normannenschild, bemalt

Templerorden

Einer der drei mächtigsten Orden des Mittelalters war der Templerorden. Sein voller Name lautete Arme Ritterschaft Christi und des salomonischen Tempels zu Jerusalem. Der Ritterorden wurde um 1220 gegründet, und hatte ursprünglich das Ziel, Pilger auf dem Weg nach Jerusalem zu schützen. Die Templer legten die Gelübde der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams ab. 

Der Orden wurde allmählich größer und stärker. Die Templer blieben unabhängig von der Kirche, und mit ihren globalen Bankgeschäften erwarben sie ein gigantisches Vermögen. Sie wurden zu Beratern von Königen, Mitgliedern von Kirchenräten, internationalen Geldverleihern des Mittelalters. 

Erst der französische König Philipp IV. hat den Orden vernichtet – auf seinem Druck wurde der Orden nach langwierigem Prozess („Templerprozess“) von Papst aufgelöst. Philip IV. war nämlich hoch verschuldet – bei den Templern und auch anderen – also hat er die Mitglieder des Ordens von Ketzerei und Sodomie angeklagt, die ganze Sache zur Staatsaffäre gemacht. Die Templerritter wurden verhaftet, von Inquisitoren verhört und hingerichtet.

Kreuzfahrer übernahmen die örtlichen Sitten - hier ein Ritter mit dem Turban und spitze Stiefel. Quelle: E. Pachta

Johanniterorden

Orden vom Hospital des Heiligen Johannes zu Jerusalem, oder auch Hospitaliter und Johanniter, entstand im 11. Jahrhundert aus einem Pilgerspital, wo verletzte Pilger und Kreuzritter gepflegt wurden. Die Spitalbruderschaft wurde nach einem Angriff von Sarazenen zu einem geistlichen Ritterorden. Nach dem Untergang der Kreuzfahrerstaaten wurde der Orden von Akkon nach Zypern verlegt, und später nach Rhodos (1309). Der Orden wurde also auch Malteserorden und Rhodesier genannt. 

Bemerkung: Vielen Dank an die Zunft „Cech Terra de Selinan“, Slowakei, für das zentrale Foto.

Themen: Schwert

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