Panzerhandschuhe

Die ersten Panzerhandschuhe aus Metall wurden etwa um 1450 gefertigt. Bei diesen war der Handrücken durch eine Metallplatte geschützt, an dem ein kurzes Stück Metall mit einem Scharnier angebracht wurde, das den Daumen schützte. Um dieselbe Zeit wurde der erste Typ eines Panzerhandschuhes entwickelt, der die gesamte Hand- und Fingeroberseite schütze.

Die sogenannte Hentze schützte den Handrücken und das Handgelenk. Die Metallplatte, die die Handoberseite schützte, lief zu einer Stulpe aus, die bis über das Handgelenk reichte. Die Finger und der Daumen wurden durch Platten geschützt, die schuppenartig miteinander, beweglich angebracht (geschiftet) waren. Unter der Hentze wurde ein Lederhandschuh getragen. Die Hentzen waren oft mit einer Stielscheibe auf dem Handrücken, etwa in der Höhe des Handelenks ausgestattet. Sie waren entweder als Gegenlager, oder als Befestigung für den Zügel während der Benutzung des Schwertes bei einem berittenen Angriff benutzt. Zu dieser Zeit entstanden die ersten Fingerhandschuhe, zum Teil eine Mischung aus Kettengeflecht und Metallplatten (Brigantinenhandschuh).

Im 16. Jahrhundert kamen die Panzerhandschuhe mit Fingern immer mehr in Gebrauch und die Hentzen verschwanden langsam. Die Finger der Panzerhandschuhe wurden, ebenso die Deckplatte des Handrückens, aus mehreren, kleineren Metallplatten gefertigt, die eine höhere Bewegungsfreiheit gewährten. In Italien kam eine Mischform auf, in der Kettengeflecht mit Plattenpanzerungen verbunden wurde (Pikenierhandschuh). Diese Handschuhe wurden von den Pikenieren benutzt. Eine weitere Version der von den Pikenieren benutzten Handschuhen hat eine Stulpe, die bis zum Ellebogen reichte.

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